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Oldie-Special Teil 3: NES

Kommentare (Anzahl: 3)
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Name: zidane-am    Beiträge: 3 23.12.2017 um 22:10:51 Uhr
Original von 7thGuest
Im Nachhinein würde ich mir daher wünschen, die Chips wären nicht auf jede einzelne Spielplatine gelötet, sondern in Form eines separaten Steckmoduls für die Erweiterungsschnittstelle an der Unterseite des NES veröffentlicht worden. In Japan hätte man in Ermangelung einer geeigneteren Schnittstelle wohl den Cartridge-Port nutzen und dessen Kontakte durchschleifen müssen.

Das mit der fehlenden Erweiterungsschnittstelle ist so nicht ganz richtig. Das Famicom hatte eine solche Schnittstelle, und zwar an der Front rechts (normalerweise verdeckt durch eine kleine rote Abdeckung). Wurde meines Wissens z.B. für den Anschluss von Light Guns genutzt. Wobei Nintendo eine solche Erweiterung aus rein betriebswirtschaftlichen Erwägungen wohl kaum herausgebracht hätte, da sie immer darauf bedacht waren, die Hardware-Kosten möglichst niedrig zu halten...

Ansonsten kann ich mich nur meinen Vorrednern anschließen: was die VG hier abliefert ist eine Frechheit und voller Fehler.

Neben den bereits genannten Punkten sei hier noch erwähnt, dass alle (!) Zelda Module golden waren (bis auf das spätere Budget-Re-Release in den USA), dies also nichts Besonderes darstellte. Und gerade der Kasten über die Nintendo World Championships ist völlig deplatziert: wer braucht so einen nichtssagenden Bericht in einem Retro-Rückblick?

Irgendwie drängt sich mir hier der Verdacht auf, dass der zuständige Redakteur hier wild aus verschiedenen Quellen allesmögliche zusammenkopiert hat, ohne auf die Zusammenhänge zu achten... 
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Name: ShadowAngel    Beiträge: 826 26.03.2011 um 15:31:05 Uhr
Da muss ich zustimmen, der Artikel strotzt nicht gerade vor gehaltvollen Informationen, eher mal wieder einigen Fehler und Merkwürdigkeiten. Anstatt sich auf Cartrdigegröße und -farben zu stürzen, wären echte Infos über das NES, wie es sich auf den Märkten schlug, die Mattelsache, die Pal A/Pal B Geschichte usw. wesentlich interessanter.
Wie kommen die eigentlich auf den Begriff "New-NES"? Das NES Model 101 wurde exakt wie der Vorgänger als NES Control Deck bezeichnet, nichtmal als NES 2 oder sonst anders.
Und die CPU vom NES ist doch von Ricoh und nicht Motorola.

Das "Unter die Motorhaube geschaut" Bild ist auch witzig. Wenn man das Schutzblech weggeschraubt hätte, hätte man sicher was gesehen, aber so ist das Bild reichlich überflüssig 

Die Flopliste ist auch merkwürdig. Warum Cheetahmen 2 auf Platz 1? Das Spiel wurde nie veröffentlicht, es wurde nichtmal zu Ende programmiert...

Genauso wie die Sektion zum Master System vor Fehlern überläuft:
Glaubt wirklich jemand, das der Pause-Button auf der Konsole verantwortlich war, das sich die Konsole außerhalb Europas und Südamerikas so schlecht verkaufte?  Zumal die Kabel vom Gamepad so kurz sind, das man eh ständig in Nähe des Systems ist.
Ob Tonka wirklich für den Flop verantwortlich war? Die Distribution in den USA hatte das Unternehmen nur für einen sehr kleinen Zeitraum (Etwa von Mitte 1988 bis Anfang 1990), ansonsten hat sich auch in den USA Sega (von 1986 bis 1988 und 1990 bis 1992) darum gekümmert.
Und Nintendos verquere Lizenzpolitik wird auch falsch dargestellt: Es war den Publishern gar nicht erlaubt, selbst die Spiele auf anderen Systemen zu veröffentlichen. Es war lediglich erlaubt, die Spiele an andere Hersteller nach einem gewissen Zeitraum zu lizenzieren. Das war der Grund warum Spiele wie Ghostbusters, Strider, Ghouls n' Ghosts usw. von Sega selbst programmiert wurden (auf den Computern war es das gleiche)
Deshalb war es ja auch so eine riesige Sache als die Hersteller damals um 1991 aus den Knebelverträgen kamen und für Sega & Co. produzieren durften.

Da musste wohl ein ahnungsloser Praktikant ran 
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Name: 7thGuest    Beiträge: 405 26.03.2011 um 02:31:16 Uhr
Der Brauch, das Sommerloch mit Artikeln über frühere Konsolen zu schließen, ist bekanntlich fast so alt wie die Fachzeitschriften selbst. Handelt es sich dabei um ausführliche, gut recherchierte und mitreißend geschriebene Reportagen, die vielleicht sogar noch die eine oder andere Wissenslücke schließen, ist dagegen auch überhaupt nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil. Werden sie aber so laienhaft und ganz offensichtlich lustlos zusammengetragen wie in dieser späten Ausgabe der Video Games, drängt sich die Frage auf, ob die Seiten nicht ebenso gut mit Anzeigen gefüllt werden könnten.

Im vorliegenden Beispiel wurde weder auf die Geschichte Nintendos im Allgemeinen oder des NES im Speziellen eingegangen, noch befasste man sich in angemessenem Maß mit den wichtigsten Spielen, Eigenschaften des Gerätes oder Lizenz- und Vermarktungskozepten. Stattdessen ist nachzulesen, wie das Gehäuse aussieht, dessen Foto auf der selben Seite abgebildet wurde. Und welches eigentlich unbedeutende Zubehör sich nicht durchsetzte.

Gerade letzteres findet Einzug in nahezu jeden Text über das NES. Da wird seitenweise über sicherlich amüsante, aber für die Entwicklung der Konsole wenig relevante Skurrilitäten wie Power Glove, LaserScope und Konsorten geschrieben. Daneben lässt man eine andere Form der Hardwareerweiterung, die im Gegensatz dazu einen maßgeblichen Teil zum Erfolg des Gerätes beitrug, meist völlig außer Acht: die zusätzlichen Chips, die ab Mitte der achtziger Jahre unbemerkt auf den Platinen nahezu aller NES- und Famicom-Spielmodule schlummerten und die Leistungsfähigkeit der Konsole teils immens steigerten.

Über neunzig Prozent der Spiele nutzen solche Chips, die von vergleichsweise einfachen Logik-ICs bis hin zu integrierten Schaltungen mit eigenen Rechenwerken, Arbeitsspeicher und Soundhardware reichen. Sie trugen entscheidend dazu bei, Spiele zu ermöglichen, die Super Mario Bros. 1, eines der letzten reinen ROM-Module, in technischer Hinsicht bei weitem übertreffen, und so die Konkurrenzfähigkeit der Konsole auch nach dem Erscheinen des Mega Drive zu gewährleisten.

Schade ist in diesem Zusammenhang bloß, dass das Gros der Hersteller aus Kostengründen nur auf durchschnittlich leistungsfähige Chips wie Nintendos MMC1 und MMC3 zurückgriff. Aus wirtschaftlicher Sicht sicher eine nachvollziehbare Entscheidung: Denn dass man sich diesbezüglich auch verheben konnte, musste HAL erfahren, als sie nach dem Misserfolg eines Famicom-Spiels, welches auf einem Modul mit 8 Mbit Speicher und Nintendos kostspieligem MMC5 ausgeliefert worden war, die Unabhängigkeit ihres Entwicklungsstudios aufgeben mussten.

Im Nachhinein würde ich mir daher wünschen, die Chips wären nicht auf jede einzelne Spielplatine gelötet, sondern in Form eines separaten Steckmoduls für die Erweiterungsschnittstelle an der Unterseite des NES veröffentlicht worden. In Japan hätte man in Ermangelung einer geeigneteren Schnittstelle wohl den Cartridge-Port nutzen und dessen Kontakte durchschleifen müssen. Vermutlich scheiterten solche Ideen aber ohnehin am Bestreben Nintendos, die Bedienung ihrer Spielkonsolen so einfach wie möglich zu halten. Eine Kennzeichnung auf der Spieleschachtel wie „Dieses Spiel benötigt das separat erhältliche Nintendo Performance Pak“ wäre mit Nintendo wohl kaum machbar gewesen.

Kaum auszudenken, wenn jedes Spiel von einem am Expansion Port eingesteckten Zusatzchip von der Leistungsfähigkeit eines VRC7, dem fortschrittlichsten Konami-Chip, hätte Gebrauch machen können. Der enthält unter anderem einen Yamaha-Soundchip mit 6 FM-Kanälen, welcher in ähnlicher Form auch in der Sounderweiterung des Sega Mark III und des japanischen Master System verbaut wurde. Auf dem Famicom durfte er leider nur ein einziges Mal seine Stärken ausspielen, im nur in Japan erschienenen Konami-Rollenspiel Lagrange Point. Was man mit dem Chip sonst noch hätte anstellen können, zeigt auf unglaublich eindrucksvolle Weise Tappy (Iwase?) mit seinem Cover eines Tracks aus Thunder Force IV: http://www.youtube.com/watch?v=Fgnd3WsRE5Y
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